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Uncanny Valley

ein Film von Paul Wenninger

ANIMATION | 2015 | Österreich/Frankreich | 13 min | no dialog | Mixed Media: found footage, Animated Painting, Pixilation, Realtime Film

  • Info
  • Besetzung & Crew
  • Über den Film
  • Trailer
  • Festivals & Preise
  • Biographie

Der Krieg ist am Höhepunkt einer Material- und Menschenschlacht. Explosionen, Dinge fliegen durch die Luft, Chaos, Nebel, diffuses Licht.


Zwei junge Männer, aus ihrer Welt gerissen, finden sich inmitten des 1. Weltkriegs an der vordersten Front im Schützengraben wieder. Die Angst ist den beiden Männern ins Gesicht geschrieben.
Sie zucken und ducken sich bei jedem Schuss, weichen den Kugeln aus. Sie ziehen sich in den Graben zurück, schauen um sich, kauern sich auf den Boden und an die Wand des Schützengrabens. Sie halten sich an den Händen, umklammern sich zitternd vor Angst, als würde ihnen die Umarmung suggerieren, woanders zu sein als an diesem Ort.

Plötzlich schauen sie um sich, als wären sie in der kurzen Abwesenheit der Umarmung von Kameraden beobachtet worden oder als hätte der Feind die Zeit genutzt, um im Sturmangriff den Graben einzunehmen. Gleichzeitig wird ihnen klar, dass sie den Anschluss an die wenigen überlebenden Kameraden der Kompanie verloren haben. Die toten Körper um sie herum zwingen sie zu einer Entscheidung: Warten oder ein Fluchtversuch. Sie entschließen sich, den Graben aufzugeben und zu fliehen...

 


Besetzung:

Raul Maia, Jan Jakubal, Paul Wenninger



Regie: Paul WenningerDrehbuch: Paul WenningerKamera: Paul WenningerMusik: Nik Hummer, Michael MoserTon: Nik Hummer, Jean-Michel TresalletAusstattung: Nik HummerProduktionsleitung: Marie Tappero, Jérôme NunesLicht: Paul Wenninger
Produktion: Paul Wenninger, Marie Tappero, Gabriele Kranzelbinder, Jean-Laurent Csinidis
Förderungen: Stadt Wien, BKA, ORF-FFA, Centre national du cinéma et de l'image animée, Région PACA, Land Niederösterreich, ZDF/ARTE

Weltvertrieb: sixpackfilm

 

Ein Paradoxon von Bildern liegt darin, dass sie vorenthalten, was sie zeigen und auf Abstand halten, was sie näher bringen. Die Leinwand oder der Schirm, auf dem sie erscheinen, erscheint zugleich als Schutzschirm, der vor dem Gezeigten schützt: Als Bilder garantieren sie eine Distanz zwischen der Gegenwart der Wahrnehmung und dem Anderswo der Aufnahme. Dies scheint umso mehr zu gelten für einen Film wie Uncanny Valley, der sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzt – mit einem Ereignis, das schon jenseits des Erinnerbaren liegt und sich nur mehr im historischen Gedächtnis abspielt. Wenn es noch einmal in Erinnerung gerufen werden will, dann als Darstellung – als Repräsentation, die nicht anders kann als im Bild ihre Distanz zum Gezeigten abzubilden.

Paul Wenninger spannt den Bogen der Repräsentationsgeschichte zur repräsentationskritischen Parabel: er überbrückt das Uncanny Valley mit Motiven aus Found Footage-Material aus dem Ersten Weltkrieg, an die er die Performance der Darsteller anschließt, um diese wiederum mit Methoden des Animationsfilms ins Bild zu nehmen und dann bei einem Diorama im musealen Ambiente zu landen. Was der Film dokumentiert, ist eine Parabel über die Schwierigkeit zu vergegenwärtigen, was man zeigen will: Die Angst und Wunden der Soldaten gelten in diesem Film auch der Distanz, die hier verwundet wird, um klaffend in den Schein von Illusion zu blicken. Die Stop-Motion Ästhetik rüttelt am nahtlosen Verlauf der Bilder, die die Repräsentation zum Stottern bringen: Die Körpersprache folgt dem Stakkato des Medialen, das in den Tanz eindringt, um die Bewegungen zu perforieren, zu durchlöchern den Schein von Menschlichkeit. Was sich dann zeigt, ist eine Distanz, die nahegeht, die Unmöglichkeit Abstand zu halten, ein ikonoklastischer Tanz.

(Andreas Spiegl)

 




Der Krieg ist am Höhepunkt einer Material- und Menschenschlacht. Explosionen, Dinge fliegen durch die Luft, Chaos, Nebel, diffuses Licht.


Zwei junge Männer, aus ihrer Welt gerissen, finden sich inmitten des 1. Weltkriegs an der vordersten Front im Schützengraben wieder. Die Angst ist den beiden Männern ins Gesicht geschrieben.
Sie zucken und ducken sich bei jedem Schuss, weichen den Kugeln aus. Sie ziehen sich in den Graben zurück, schauen um sich, kauern sich auf den Boden und an die Wand des Schützengrabens. Sie halten sich an den Händen, umklammern sich zitternd vor Angst, als würde ihnen die Umarmung suggerieren, woanders zu sein als an diesem Ort.

Plötzlich schauen sie um sich, als wären sie in der kurzen Abwesenheit der Umarmung von Kameraden beobachtet worden oder als hätte der Feind die Zeit genutzt, um im Sturmangriff den Graben einzunehmen. Gleichzeitig wird ihnen klar, dass sie den Anschluss an die wenigen überlebenden Kameraden der Kompanie verloren haben. Die toten Körper um sie herum zwingen sie zu einer Entscheidung: Warten oder ein Fluchtversuch. Sie entschließen sich, den Graben aufzugeben und zu fliehen...

 


Festivals:

Tampere Filmfestival / Finland

08.-12. März 2017

Reporters de Scienses Marseille/ France

6.02.2017

RISC films awarded- Videodrome Marseille/ France

21.01.2017

Indie Cork - A festival of independent film & music

09.-16.October 2016

Pann Opticum 2016 - Internationales Figurentheaterfestival/ Neusiedl am See

03.07.2016

Animated Spirits - EUNIC Animation Film Festivals / New York

04.05.2016

Animafest Zagreb 2016 - selected for the Grand Competition - Short film
06.06.2016-11.06.2016

NexT International Film Festival 2016 / Bukarest
07.04.2016-11.04.2016

Busan International Short Film Festival 2016 /Korea
22.04.2016-26.04.2016

FIFDH Paris 2016 - International Human Rights Film Festival
05.04.2016-12.04.2016

Intern. Experimental Film Festival - Bukarest 2016 (BIEFF)
16.03.2016-20.03.2016 

One Days Animation Festival Vienna
2015 Best Austrian Animation main award & public award

Annecy - Festival Int. du Cinema d'Animation
2015

Badalona - Internacional de Filmets
2015 

Cordoba - Anima Festival de Film d´animacion
2015  Award: International Jury Mention

Montreal - Les Sommets du Cinéma d’Animation de Montréal
2015

New Chitose (JP) - Airport Animation Film Festival
2015 

Paris - Emily Reynaud Award
2015  Award: Nominierung

Paris - Festival Courts Devant
2015 

Sevilla - Festival del Cine Europeo
2015 

Uppsala - Int. Short Film Festival
2015

Wien - One Day Animation Festival
2015  Award: Best Austrian Animation & Publikumspreis

Yerevan – ReAnimania IAFFY
2015 



Paul Wenninger ist freischaffender Tänzer und Autor choreografischer Werke, Bühnenbildner und Musiker. Arbeiten mit verschiedenen Choreografen und Companien,
u.a. in Frankreich mit der Cie. Catherine Diverrès im Centre Choreographique National de Rennes et Bretagne und dem Theatercombinat Wien, Claudia Bosse. 1999 gründete Paul Wenninger mit der Choreografin Loulou Omer das Kabinett ad Co., eine Arbeitsplattform für KünstlerInnen verschiedenster unstrichtungen.
2011-2012 hat Paul Wennninger seinen ersten Kurzfilm “trespass” realisiert, der auf mehr als 40 intenationalen Festivals gezeigt wurde und viele Auszeichnungen bekommen hat.


Festivals und Auszeichnungen für TRESPASS:
Preise:
Jury Special Mention + Audience Award - One Day Animation Festival 2012 (VIenna -
Austria)
Special Distinction for first short film - International animation film festival of Annecy 2013
Flatpack WTF Award - Flatpack Festival 2013 (Birmingham- GB)
AEC Best Photography Award - 23rd edition of the International Cinema Week of Madrid
2013
Grand Prix des Sommets - 12th Sommets du cinéma d’animation, Montreal (Canada)
Sichuan TV Festival Award 2013 (China)
Prix Format Court -Festival Premiers plans Angers 2014 (France)
Nominiert in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ bei dem Österreichischen Filmpreis 2014.


Folgende Arbeiten wurden als Kabinett ad Co. realisiert (Auswahl):
Tränen des Eros (1998)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Eiji Nakazawa
La vache en poudre (1999)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Morton Feldmann
ou mállon (2001)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Komposition: Fritz Rainer
Hypocrite lecteur! – mon semblable, mon frère! (2002)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer
Umgebungen (2002)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig
archives (2002)
Choreografie: Paul Wenninger | Projektionen: Julia Zdarsky
co-Kon cut (2002)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer
patch (2003)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Video: Florian Schmeiser | Komposition:
Fritz Rainer
inventaire I&II (2003)
Choreografie/Objekte: Paul Wenninger | Katja Fleig | Komposition: Fritz Rainer
35
cc cushion (2005)
Choreografie/Objekt: Paul Wenninger | Komposition: Fritz Rainer
sie schaut sie – ungleich einander (2006)
Choreografie/Objekt: Paul Wenninger | Komposition: Thilges 3






© Kabinett ad. Co, KGP Kranzelbinder Gabriele Production, Films de Force Majeure