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Wien vor der Nacht

ein Film von Robert Bober

Vienne avant la nuit
DOKUMENTARFILM | 2016 | A/D/F | 73 min | Digital


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„Wien vor der Nacht“ vom französischen Dokumentarfilmer Robert Bober ist eine essayistische Zeitreise durch das Wien von vor 100 Jahren. Er erkundet eine Stadt, die damals eine andere Bedeutung hatte. Es ist die Zeit vom Ende der Habsburger Monarchie bis zum Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland. Es ist die Zeit als Wien noch als kulturelle Hauptstadt Europas galt, als Wien noch eine große jüdische Gemeinde beherbergte.

Bober zeigt uns dieses Wien anhand der jüdischen Intellektuellen, die zu der Zeit dort gelebt und gearbeitet haben: Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Franz Werfel und Sigmund Freud. Jene, deren Schriften den Regisseur schon seit jeher auf der Suche nach seiner eigenen Identität begleitet haben.

„Wien vor der Nacht“ ist aber - wie bereits andere Werke Bobers - auch ein Stück Familiengeschichte: Denn Bobers Ur-Großvater, der 1904, aus Polen stammend, nach einer erfolglosen Immigration in die USA in Wien landete, verbrachte dort seinen Lebensabend. Er starb 1929, zwei Jahre vor Robert Bobers Geburt.

Anhand dieser Geschichte unternimmt Bober eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Stadt Wien und dessen jüdischen Lebens vor der Shoa. Eine unvollkommene, aber poetische Rekonstruktion des historischen Wiens bewahrt die Zeit und Umständevor dem Vergessen und zeigt zugleich, dass Erinnerung nur so möglich ist: als Annäherung an das Vergangene, die das Verschwinden oder das Abwesende nicht überdeckt, sondern es als solches im Bewusstsein hält und reflektiert.



Regie: Robert BoberDrehbuch: Robert BoberKamera: Giovanni DonfrancescoTon: Benjamin BoberProduktionsleitung: Stéphanie Andriot, Marie Tappero, Anette Unger
Produktion: Estelle Fialon,Gabriele Kranzelbinder, Michael Eckelt



© Les Films du Poisson, KGP Kranzelbinder Gabriele Production, Riva Filmproduktion GmbH